Oliver Meyer: Die Faszination des Fußballs lässt nicht nach
15. September 2021 Zurück zur Artikelübersicht »

Oliver Meyer gehört seit drei Jahren zu den „Freunden der Nationalmannschaft“ (FdN). Der 45-jährige Unternehmer war erfolgreicher Amateurfußballer und Trainer. Heute schlägt sein Herz für Fußballgolf und die inklusiven Projekte der DFB-Stiftung Sepp Herberger.

Gruppe Männer auf einer Fußballgolf-Runde

Oliver Meyer (links) bei einer Fußballgolf-Runde mit dem Amputierten-Fußballteam Anpfiff Hoffenheim.

Oliver Meyer hat den Moment noch genau vor Augen. Den Moment, der Interesse in Faszination verwandelte. Daran ändern auch die rund vier Jahrzehnte nichts, die ihn inzwischen von jenem Tag trennen. In seiner Erinnerung sieht er immer noch, wie Pierre Littbarski sich den Ball zum Eckstoß zurecht legt, anläuft und das Leder mit reichlich Effet ins Tor zirkelt. „Ich stand mit meinem Vater in der Kurve des Ludwigshafener Stadions, die FC-Fahne fest in der Hand, und war begeistert“, sagt Meyer.

Die Partie des damals von ihm bewunderten FC bei Waldhof Mannheim, der seine Heimspiele in der Vorderpfalz austrug, wurde zum Schlüsselerlebnis. Sie bestärkte ihn in dem Wunsch, selbst ein guter Fußballer zu werden und stellte damit wohl auch die Weichen für den späteren Lebensweg. Denn die Faszination für den Fußball hat den heute 45-Jährigen nie mehr losgelassen. Meyer hat eine respektable Spielerlaufbahn hingelegt, mit dem TSV Wäldenbronn Esslingen in der Verbandsliga gespielt und nach der Rückkehr in die Pfälzer Heimat zehn Jahre als Trainer der Bezirksligisten DJK Eppstein und ASV Maxdorf an der Seitenlinie gestanden. Vor allem aber hat er erfahren, was man in einem funktionierenden Team erleben und bewegen kann.

Neun Personen in einem Halbkreis halten einen großen Spendencheck

Spendenscheck-Übergabe, u.a. mit Guido Buchwald, Stefan Kuntz und Horst Eckel beim LottoElf Benefizspiel im Rahmen einer von Meyer (li) initiierten Spendenreihe.

Ein besonderer Erfahrungsschatz

Zweifellos ist das ein Erfahrungsschatz, von dem er heute im Job profitiert. Seit 15 Jahren betreibt der Dirmsteiner die Kommunikationsagentur Tailormade GmbH. „Wir sind überall tätig, wo sich Menschen begegnen. Wir schaffen emotionale Markenerlebnisse. Bei Messen, Produkteinführungen oder Festakten“, erklärt Meyer, der nach dem Sportmarketingstudium in Stuttgart zunächst bei der Weltmeisterschaft 2006 und im Auftrag von Bundesligisten in der Sportvermarktung tätig war. Viele der Kunden seiner Agentur sind eng mit dem Sport verbunden. Etwa die Mercedes-Benz Bank als Sponsor des VfB Stuttgart oder der Sportausrüster Hummel. „Wir sind aber auch für Daimler, Allianz und Bosch tätig“, betont der Agenturchef.

Nachdem Meyer, wie er es ausdrückt, vor rund fünf Jahren mit Rücksicht auf Familie und Beruf seine Amateurfußballkarriere hinter sich gelassen hat, gilt seine Leidenschaft dem Fußballgolf. „In meinem Wohnort gibt es die erste Anlage Deutschlands“, sagt er. Zunächst sei es Neugierde gewesen, inzwischen aber Passion. „Es ist eine absolut entspannte und faire Community. Jeder feiert den anderen für einen guten Schuss“, so der Pfälzer. Von Schüssen dieser Kategorie sind ihm inzwischen offenbar einige gelungen. Denn Meyer ist mit seinem Partner Christian Steinmüller amtierender Deutscher Meister im Fußballgolf-Doppel. „Ich übe den Sport durchaus leidenschaftlich und intensiv aus, bin aber bei der Turnierplanung recht flexibel und manchmal gehen meine Kinder und meine Frau mit auf eine Runde“, betont er. Der einstige defensive Mittelfeldspieler kommt dank seines Hobbys ordentlich herum, hat an Welt- und Europameisterschaften in England, Schweden und Tschechien teilgenommen.

Otto Rehagel und Oliver Meyer bei einer Party

Oliver Meyer (re) gemeinsam mit Otto Rehagel.

Eindrücke aus erster Hand

Auch der Fußball hat ihn schon in viele Orte und Stadien gebracht. Er hat zahlreiche Matches bei Weltmeisterschaften, in der Bundesliga und Champions-League live verfolgt. Bereits seit einigen Jahren schlägt das Herz dabei für den 1. FC Kaiserslautern, auch wenn der einst geliebte 1. FC Köln noch immer seine Sympathie genießt. Und selbstverständlich verfolgt er schon lange auch die Geschicke der Nationalmannschaft. „Meine ersten nebulösen Erinnerungen stammen noch von der EM 1988, dem Ausscheiden gegen die Niederlande“, so Meyer. Intensiv verfolgt habe er die Mannschaft erstmals 1990 bei ihrem Weg zum WM-Sieg in Italien. „Kein schlechter Start“, sagt er. Diese Liebe ist nie erkaltet. Vor rund drei Jahren ist er zum Kreise „Freunde der Nationalmannschaft“ (FdN) gestoßen, jenem Förderverein, der mit den Spenden seiner Mitglieder seit 43 Jahren das gemeinnützige Wirken der DFB-Stiftung Sepp Herberger unterstützt. Auf diesem Weg sind bereits weit über fünf Millionen Euro zusammengekommen.

Was mit den Geldern der DFB-Stiftung Sepp Herberger alles bewegt wird, weiß Meyer aus erster Hand. Mit seiner Agentur ist er im vierten Jahr in die Organisation und Durchführung der Blindenfußball-Bundesliga eingebunden. „Im Auftrag der Stiftung kümmern wir uns um den Aufbau des Kunstrasenplatzes, die Orga des Teamabends, die Verpflegung und vieles andere“, erläutert er.

Im Fokus seiner FdN-Mitgliedschaft steht für ihn der gute Zweck. „Das gehört zur DNA unserer Agentur und ist meine feste Überzeugung: Wenn es mir gut geht, erwächst daraus die Verpflichtung, auf die zu schauen, denen es weniger gut geht“, macht Meyer deutlich. Mit seinem Engagement ermöglicht er anderen Menschen besondere Momente. Momente, in denen aus Interesse am Sport langanhaltende Faszination wird.