Gemeinsam gegen die eisige Kälte
16. Februar 2021 Zurück zur Artikelübersicht »

Die Inklusionsmannschaft des FC Germania Zündorf hat zahlreiche Sachspenden und Mahlzeiten für Wohnungslose in Köln gesammelt.

Die Inklusionsmannschaft des FC Germania Zündorf sammelt Sachspenden für Bedürftige.

Die Temperaturen in den vergangenen Tagen waren auch in Köln eisig. Das Thermometer zeigte teilweise vor allem nachts deutliche Minusgrade. Für Wohnungslose ist das eine lebensbedrohliche Situation. Deshalb hat die Inklusionsmannschaft des FC Germania Zündorf sich kurzfristig dazu entschlossen, Sachspenden zu sammeln und diese an die Sozialistische Selbsthilfe Mülheim (SSM) zu übergeben. Vor allem Winterbekleidung, Decken und alles, was warmhält, war gefragt. Alle Spenden wurden umgehend an Bedürftige weitergegeben.

Gesellschaftlicher Verantwortung gerecht werden

„Für uns ist es eine Selbstverständlichkeit, dass wir helfen, wo es für uns möglich ist. Wir sehen uns hier in der gesellschaftlichen Verantwortung und machen das gerne. Außerdem sollen unsere Jungs auch die andere Seite des Lebens kennenlernen. Wir haben ein Dach über dem Kopf, viele andere Menschen aber leider nicht“, sagt Gökhan Erdek, der zum Trainerteam der Inklusionsmannschaft gehört.

Schon seit längerem sammeln Spieler und Verantwortliche Kleidung und Mahlzeiten für karitative Einrichtungen.

Die aktuelle Aktion ist nicht die erste dieser Art, die die Zündorfer Inklusionsmannschaft durchführt. Schon seit längerem sammeln Spieler und Verantwortliche Kleidung und Mahlzeiten für karitative Einrichtungen, die wiederum in engem Kontakt mit Bedürftigen stehen. „Es ist einfach wichtig, dass wir helfen. Gerade in dieser für alle sehr schwierigen Zeit, die wir gerade erleben“, betont Erdek. „Am Ende ist es eine Win-Win-Situation für beide Seiten: Für die Menschen, denen wir helfen können. Aber auch für unsere Spieler, die durch diese Aktionen viel Selbstbewusstsein entwickeln, weil sie wissen, dass sie etwas Gutes tun.“

Lockdown trifft Inklusionsfußballer hart

Die Inklusionsmannschaft des FC Germania Zündorf wurde im Januar 2016 gegründet. Damit besteht sie nun seit genau fünf Jahren. Derzeit zählen 16 Fußballer mit und acht Spieler ohne Handicap zum Kader. Der erneute Lockdown hat auch das Team wie alle anderen Amateurfußballer in Deutschland hart getroffen. Der Trainings- und Spielbetrieb ist vorerst ausgesetzt. „Das ist gerade für die Menschen mit Handicap sehr bitter, weil der Fußball und die Zeit, die wir gemeinsam verbringen, extrem wichtig für sie sind. Wir hoffen alle, dass wir bald wieder etwas Normalität in unseren Alltag bekommen“, sagt Erdek.

Auch bei den Turnieren, die im Rahmen der Inklusionsinitiative der DFB-Stiftung Sepp Herberger ausgerichtet werden, will die Mannschaft des FC Germania Zündorf zukünftig ein regelmäßiger Teilnehmer sein, zum Beispiel bei den FußballFreunde-Cups und weiteren Inklusionsturnieren. An der Inklusionsliga des Fußball-Verbands Mittelrhein (FVM) nehmen die Zündorfer bereits erfolgreich teil.

Die Verantwortlichen des Inklusionsteams von Germania Zündorf erhielten den Ehrenamtspreis der Stadt Köln.

Weltweite Aufmerksamkeit für Jubelvideo

Im vergangenen Jahr hat ein Video der Inklusionsfußballer weltweit für Schlagzeilen gesorgt. Fast 30 Millionen Mal wurde die kurze Filmsequenz angeschaut. Darauf zu sehen ist der Jubel von Daniel Yamaci, ein Fußballer mit Downsyndrom, und die grenzenlose Freude seiner Mitspieler nach einem Treffer bei einem Turnier in Porz-Zündorf. Sogar Weltstars des Fußballs wie Franck Ribery und John Terry haben den Beitrag beispielsweise auf Instagram geteilt.

Unter anderem für dieses Video – aber vor allem für ihr soziales Engagement – erhielten die Verantwortlichen des Inklusionsteams von Germania Zündorf den Ehrenamtspreis der Stadt Köln. Die Begründung passt perfekt zu der Mannschaft: „Zusammen als Team teilen sie alle die gleiche Leidenschaft: Fußballspielen. Auch außerhalb des Platzes treten sie als echte Einheit auf.“ Ein starkes Beispiel. Für den FC Germania Zündorf ist der Fußball schon immer mehr als ein 1:0.