Akademieleiter Haupt trifft FdN: „Besondere Momente Schaffen“
20. November 2020 Zurück zur Artikelübersicht »

Professor Dr. Tobias Haupt präsentierte den Freunden der Nationalmannschaft (FdN) die gerade entstehende DFB-Akademie.

Professor Dr. Tobias Haupt präsentierte den Freunden der Nationalmannschaft (FdN) am Mittwochabend die gerade entstehende DFB-Akademie. Der 36 Jahre alte Sportmanager, der im Spätsommer 2018 Oliver Bierhoffs Ruf gefolgt war und seitdem die DFB-Akademie leitet, erklärte dem Förderkreis der deutschen Nationalmannschaft in seinem einstündigen Vortrag die Philosophie und Geschäftsgrundlage der neuen DFB-Akademie.

Eröffnet wurde der Abend durch DFB-Vizepräsident Dirk Janotta. „Wir versuchen einfach, besondere Momente für unsere FdN zu schaffen, wie zuletzt ein Treffen mit Otto Rehhagel in Schalkes Umkleide oder das Hintergrundgespräch mit dem DFB-Präsidenten. Die Unterstützung für die Stiftung durch die FdN ist während der Pandemie besonders wichtig“, sagte Janotta als Vorsitzender der DFB-Stiftung Sepp Herberger. Haupts Vortrag fand bedingt durch die hohen Inzidenzwerte als Videokonferenz statt. Im laufenden Jahr haben die Mitglieder des vor 42 Jahren gegründeten Förderkreises mehr als 160.000 Euro an die DFB-Stiftung Sepp Herberger gespendet.

Haupt: „Wir müssen immer im Hier und Jetzt anpacken“

„Der Sport formt das Haus“, nannte Haupt zu Beginn seiner Präsentation den architektonischen Grundgedanken der Akademie, die mit einer Nettofläche aller Baugeschosse von 55.000 Quadratmetern im Frankfurter Stadtteil Niederrad entsteht. Von jedem Arbeitsplatz aus wird später der Blick auf einen der drei Rasenplätze möglich sein.

Als Dreiklang beschrieb der 36-jährige Haupt das heute schon gelebte Aufgabenfeld der DFB-Akademie: als Wegbereiter für die Nationalmannschaften, als Impulsgeber für den Fußball insgesamt sowie als Umsetzer, der gemeinsam an konkreten Lösungen für die Zukunft des deutschen Fußballs arbeitet. Gerade die Möglichkeit, losgelöst vom täglichen Wettbewerb in den Ligen, bestehende Probleme zu erkennen, neue Erkenntnisse zu entwickeln und über den Tellerrand zu blicken, fand häufig positiven Widerhall in den Medien. Pragmatismus und Tagesarbeit seien aber ebenfalls wichtig. Vor lauter Vision dürfe nicht der Blick auf aktuelle Probleme verloren gehen, betonte Haupt: „Wir müssen immer im Hier und Jetzt anpacken.“

Obwohl der Bau erst Ende 2021 abgeschlossen sein wird, konnten Haupt und sein junges Team in den vergangenen zwei Jahren bereits den ein oder anderen Skeptiker überzeugen. Gerade Ideen wie das jährliche Leadership-Festival – zu dem Haupt die FdN herzlich einlud – oder der Hackathon transportierten Frische und den Mut, auch mal mit neuen Ansätzen aufzurütteln.

„Konsequent investieren“

Im Gespräch mit den FdN wies der Leiter der DFB-Akademie einen Tag nach Sevilla auf die Dringlichkeit der Lage hin. In Deutschland läge beispielsweise der Betreuungsschlüssel zwischen Ausbildern und Trainern bei knapp 1:1200. In England bei etwa 1:35. Vereine im internationalen Spitzenfußball wie der FC Liverpool beschäftigen inzwischen mehr als 25 Mitarbeiter*innen im Bereich Ernährung. Die DFB-Akademie bearbeitet dieses Aufgabenfeld aktuell mit einer externen Ernährungsexpertin.

Haupt definierte acht Felder, durch die Leistung im Spitzenfußball wesentlich bestimmt werden: Fußballfitness, Medizin & Psychologie, Ernährung, neurozentrisches Training, Persönlichkeitsentwicklung, positionsspezifisches Training und Scouting & Analyse. „Wir müssen jetzt konsequent in diesen Bereichen investieren, wenn wir auf Dauer wettbewerbsfähig bleiben wollen“, sagte Haupt.

Mit Eugen Gehlenborg und Hans-Lothar Hampe zählten auch zwei FdN-Vorstandsmitglieder zur digitalen Runde der Vortragsgäste. Ende der 70er-Jahre hatte ein Kreis von Fans der Nationalmannschaft, der auch zu Auswärtsspielen mitreiste, beschlossen, ihre Zusammenkunft zu institutionalisieren und mit der Verpflichtung zu verbinden, das soziale Engagement des Fußballs zu fördern. Mit dieser Idee gründete sich der Verein, mit dem satzungsgemäßen Ziel, die soziale Arbeit der im März 1977 errichteten Sepp-Herberger-Stiftung zu unterstützen.