„FdN“- Unterstützung für Sepp-Herberger-Stiftung auf Rekordkurs
24. Juni 2020 Zurück zur Artikelübersicht »

Virtuell vereint: DFB-Präsident Fritz Keller und 30 Freunde der Nationalmannschaft © DFB

Als der Verein „Freunde der Nationalmannschaft“ (FdN) den 40. Geburtstag beging, vor zwei Jahren war es soweit gewesen, stand die Feier unter dem Motto „Gute Freunde kann niemand trennen“. Was ja eines dieser Lieder ist, die ziemlich jeder Fußballfan direkt anstimmen kann. Das Motto passte perfekt zu einer Allianz, die sich auch in schwierigen Zeiten als stabil beweist.

Denn aufgrund der Covid-19-Pandemie fallen auch in den DFB-Stiftungen wichtige Einnahmequellen weg. Dabei kann die Sepp-Herberger-Stiftung in der Krise stark auf die Unterstützung durch die FdN bauen.

„Die Liebe zum Fußball und die Treue zur Nationalmannschaft zeichnet jeden FdNler aus“, sagte Fritz Keller, der sich am Dienstagabend mehr als 90 Minuten Zeit nahm, um im virtuellen Zusammensein die Fragen von 30 Freunden der Nationalmannschaft zu beantworten. Der DFB-Präsident, der früher wie auch schon sein Vater selbst den FdN angehört hatte, bedankte sich persönlich. Denn die Spenden aus der Mitgliederschaft liegen, wie Schatzmeister Dr. Stephan Osnabrügge berichtete, trotz der Pandemie auf Rekordkurs. Den Talk moderierte ZDF-Journalist Norbert König. „Der Verein war noch nie so wichtig wie jetzt“, unterstrich Eugen Gehlenborg, der Vorsitzende des 1978 gegründeten Fördervereins der Sepp-Herberger-Stiftung.

„Die Stiftungen machen einen tollen Job“

Schon zur Hälfte des Jahres haben die FdN nahezu die Spendensumme des Vorjahres eingesammelt und überwiesen. Gespielt hat die Nationalmannschaft noch nicht, doch gespendet haben ihre „Freunde“ reichlich. Im laufenden Jahr wurden von den aktuell 188 Mitgliedern etwas mehr als 160.000 Euro für die Stiftungsarbeit bereitgestellt. Das FdN-Spendenaufkommen fließt komplett in das Budget der Sepp-Herberger-Stiftung, um auf diese Weise Inklusions-Initiativen wie etwa die Blindenfußball-Bundesliga oder das Resozialisierungsprogramm „Anstoß für ein neues Leben“ zu finanzieren und zu organisieren.

Aktuell aber wird zum Schutze aller manches abgesagt und verschoben. „Wir mussten die Deutsche Meisterschaft der Werkstätten für behinderte Menschen absagen und die Saison der Blindenfußball-Bundesliga in den Herbst verschieben“, berichtete Dirk Janotta den Mitgliedern des Fördervereins. Der 62 Jahre alte DFB-Vizepräsident ist seit Oktober Vorsitzender des Vorstands der ältesten deutschen Fußballstiftung. Der letzte öffentliche Termin war im März die Verleihung der Sepp-Herberger-Urkunden in Berlin. Seitdem lebt und arbeitet auch die Stiftung im Lockdown und reagierte etwa mit einem von Nationalspieler Jonathan Tah großzügig unterstützten Corona-Nothilfefonds und einer Inklusions-Challenge auf die besonderen Bedingungen. Keller lobte das Engagement, auch und gerade jetzt in der Krise: „Die Stiftungen machen einen tollen Job.“

Ursprung in den frühen 70ern

Entstanden sind die FdN in den frühen 70er Jahren, als Helmut Schön auf der Bank saß und Gerd Müller die Tore schoss. Ein fester Kreis von Personen traf sich bei den Heimspielen, bald begleitete man die Mannschaft auch bei den Auswärtsspielen. Schließlich beschloss man, das Treffen der Freunde zu institutionalisieren und mit der Verpflichtung zu verbinden, das soziale Engagement des Fußballs zu fördern. Mit dieser Idee gründete sich der Verein, mit dem einzigen satzungsgemäßen Ziel, die soziale Arbeit der ein Jahr zuvor, im März 1977 errichteten Sepp-Herberger-Stiftung zu unterstützen.

Beim nächsten Jubiläum sollte man jedenfalls unbedingt das Motto wechseln. Bei allem Respekt vor Franz Beckenbauers gesanglicher Leistung, „You’ve got a friend“ von Carole King wäre doch der treffendere Song.