Fußballwochenende für Menschen mit Schädelhirnverletzung
14. Mai 2012 Zurück zur Artikelübersicht »

Erstmals veranstalteten die DFB-Stiftung Sepp Herberger und die ZNS – Hannelore Kohl Stiftung vergangenes Wochenende in Barsinghausen gemeinsam einen Fußball-Workshop für Menschen mit Schädelhirnverletzungen. Mit dabei waren 30 fußballbegeisterte Männer und Frauen aus ganz Deutschland.

 Zur Eröffnung des Workshops kam die frühere Nationalspielerin Britta Carlson in das NFV-Sporthotel. Gemeinsam mit Verbandsdirektor Bastian Hellberg und Tobias Wrzesinski, dem stellvertretenden Geschäftsführer der DFB-Stiftung Sepp Herberger, begrüßte sie die Gäste aus der gesamten Bundesrepublik. In Barsinghausen nahmen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an verschiedenen Workshops teil. Trainer des Niedersächsischen Fußballverbandes leiteten Fußballtrainingseinheiten. Darüber hinaus wurden durch Experten der Kohl-Stiftung Beratungsgespräche zu Ängsten und Depressionen sowie Tai Chi Chuan-Entspannungskurse angeboten.Seit ihrer Gründung im Jahr 1983 engagiert sich die ZNS – Hannelore Kohl Stiftung für Menschen mit Schädelhirnverletzungen. Rund 270.000 Menschen erleiden in Deutschland jedes Jahr eine derartige Verletzung. Bei einem Unfall im Haushalt, im Verkehr, beim Sport oder am Arbeitsplatz. Knapp die Hälfte der Unfallopfer ist jünger als 25 Jahre. Viele, der durch die Kohl-Stiftung unterstützten Menschen sind Fußballbegeistert: “Der Fußball zählt auch bei Menschen mit einem Handicap zu den populärsten Sportarten. Im Mittelpunkt unserer Veranstaltung stand nicht der Leistungsgedanke, sondern Spaß, Teamgeist und Fairplay. Das Sporthotel Fuchsbachtal des Niedersächsischen Fußballverbandes bot uns dafür perfekte Trainingsbedingungen”, betont Helga Lüngen, Geschäftsführerin der ZNS – Hannelore Kohl Stiftung. Seit ihrer Gründung hat die ZNS – Hannelore Kohl Stiftung bisher mehr als 600 Projekte mit zusammen rund 29 Millionen Euro unterstützt. Bei einer Schädelhirnverletzung ist das zentrale Nervensystem (ZNS) beeinflusst, häufig sind die Betroffenen körperlich beeinträchtigt, Arme oder Beine gelähmt. Auch Störungen des Sprachzentrums sind möglich.

Britta Carlson bei Eröffnung mit dabei

Zum ersten Mal führten die ZNS – Hannelore Kohl Stiftung und die Sepp-Herberger-Stiftung eine gemeinsame Veranstaltung durch. Die Sepp-Herberger-Stiftung wurde 1977 gegründet und engagiert sich unter anderem mit Fußballangeboten für beeinträchtigte Menschen. Die Stiftung setzt dabei auf die integrative Kraft des Fußballs, um Menschen mit Behinderungen insbesondere den Zugang in die rund 26.000  Fußballvereine zu ermöglichen. “Es freut uns, dass die Teilnehmer trotz ihrer Beeinträchtigung die Liebe zum Fußballsport nicht verloren haben. Einige noch heute als aktive Mitglieder in einem Fußballverein aktiv sind. So wie der 24jährige Nico. Er spielt bei Kreisligist SV Blau-Weiß Günthersdorf in Sachsen-Anhalt”, sagt Tobias Wrzesinski. “Wenn wir mit gezielten Angeboten die Menschen unterstützen und ihnen helfen können, tun wir das nach Herbergers Maxime‚ Wer oben ist, darf die unten nicht vergessen’ sehr gerne.”
Weitere Informationen www.hannelore-kohl-stiftung.de.