Lichtenberger Werkstatt für Behinderte neuer Deutscher Meister im Werkstatt-Fußball
15. September 2011 Zurück zur Artikelübersicht »

Die Lichtenberger Werkstatt für Behinderte aus Berlin ist neuer Deutscher Fußball-Meister der Werkstätten für behinderte Menschen. In einem spannenden Finale setzte sich das Team aus der Bundeshauptstadt mit 3:2 gegen die Stralsunder Werkstätten aus Mecklenburg-Vorpommern durch. Insgesamt vier Turniertage verbrachten die rund 250 Werkstatt-Fußballer in der Sportschule Duisburg-Wedau.

 Der Jubel war groß als um 13.48 Uhr der Schlusspfiff im Finale ertönte. Freudestrahlend nahmen die neuen Deutschen Meister aus den Händen von Tina Theune den Meisterpokal entgegen. Die frühere Trainerin der Frauen-Nationalmannschaft engagiert sich seit Januar 2011 als Botschafterin für die Sepp-Herberger-Stiftung: „Es ist toll zu sehen, auf welchem Niveau hier in Duisburg Fußball gespielt wird. Besonders freue ich mich, dass bei der Veranstaltung auch Frauen mitspielen“, so die Weltmeister-Trainerin von 2003.Insgesamt waren 16 Mannschaften aus allen Bundesländern sowie ein Gastteam aus Polen der Einladung der DFB-Stiftung Sepp Herberger gefolgt. Die älteste deutsche Fußballstiftung veranstaltet bereits seit dem Jahr 2000 gemeinsam mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen, dem Deutschen Behindertensportverband sowie Special Olympics Deutschland das bundesweit größte Fußballturnier für geistig-behinderte und psychisch-kranke Werkstattbeschäftigte.

Besuch bei der Champions League in Dortmund
Bei dem Turnier geht es um mehr als das aktive Fußballspiel. „Gerade mit einem attraktiven Rahmenprogramm wollen wir den Aktiven eine Abwechslung zu ihrem individuellen Lebensalltag bieten“, betont Karl Rothmund, der als DFB-Vizepräsident für Sozial- und Gesellschaftspolitik gleichzeitig auch Vorsitzender des Vorstands der Sepp-Herberger-Stiftung ist. Bei der Eröffnungsfeier am Montagnachmittag im Stadion des MSV Duisburg waren die beiden Stiftungskuratoren Dr. Klaus Kinkel und Otto Rehhagel mit dabei. „König Otto“ nahm sich dabei viel Zeit für Gespräche mit den Aktiven und erfüllte zahlreiche Autogramm- und Fotowünsche. „In meinem Leben habe ich zu 95 Prozent Glück gehabt, deshalb nutze ich heute jede Gelegenheit, um etwas an die Gemeinschaft zurückzugeben“, betonte der frühere Meistertrainer aus Essen.

Ein ganz besonderes Highlight war dann der Besuch in Deutschlands größtem Fußballstadion: Gemeinsam besuchten die Fußballer das Champions League-Spiel Borussia Dortmund gegen den FC Arsenal London.  Für die Teilnehmer ein unvergessliches Erlebnis: „Ich war zum ersten Mal bei einem Spiel im Stadion. Es war toll“, sagt Sven aus Hamburg.
Die Wichtigkeit der Veranstaltung für die Sepp Herberger-Stiftung unterstreicht auch der Vorsitzende des Stiftungskuratoriums, DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger: „Für die Sepp Herberger-Stiftung hat das Turnier einen besonderen Stellenwert. Es ist das Projekt, für das im Stiftungshaushalt mit die meisten Mittel vorgesehen sind. Die vier September-Tage in der Sportschule Duisburg-Wedau sind für die mehr als 250 Beteiligten alljährlich unvergessliche Momente.