Horst Eckel zu Besuch in der Sepp-Herberger-Grundschule
29. März 2011 Zurück zur Artikelübersicht »

Es war ein besonderer Tag für die Sepp-Herberger-Grundschule in Weinheim-Hohensachsen. Zum ersten Mal besuchte ein “richtiger” Weltmeister die Schule an der Bergstraße. Horst Eckel kam anlässlich des 114. Geburtstags des ehemaligen Bundestrainers in dessen früheren Wohnort und berichtete dort den Schulkindern über seine Erinnerungen an den “Chef”.

In Hohensachsen, einem idyllischen Stadtteil von Weinheim an der Bergstraße, verbrachte Sepp Herberger einen Großteil seines Lebens. Dort am Hang des Odenwalds ist seit 1997 eine Schule nach dem legendären Bundestrainer benannt. Sie ist die einzige mit diesem Namen in Deutschland. “Der Name Sepp Herberger ist für unsere Schule eine besondere Verpflichtung. Der ‚Mythos Herberger’ lebt bei uns weiter und wir bemühen uns, unseren Kindern viel über den Altbundestrainer zu vermitteln”, betont Schulleiterin Anja Fadloul.

Im Unterricht auf den Tag vorbereitet

Der 79jährige Botschafter der Sepp-Herberger-Stiftung antwortete den Kindern ganz ausführlich. “Ich habe von Sepp Herberger viel gelernt. Der ‚Chef’ legte vor allen Dingen Wert auf Disziplin und Pünktlichkeit. Beides war mir später als Lehrer auch sehr wichtig”, berichtete der pensionierte Realschullehrer beispielsweise über seine Erfahrungen mit seinem früheren Trainer.Und wer könnte diese Bemühungen besser unterstützen als ein “echter” Held von Bern? Die Kinder hatten sich auf den Tag mit Horst Eckel gut vorbereitet. In den Unterrichtsstunden wurden zahlreiche Fragen aufgeschrieben: “Wann hast du mit Fußball spielen angefangen?”, “Was war dein schönstes Erlebnis mit Sepp Herberger?”, “Wie sah dein erster Fußball aus?”

Gemeinsam zum Benefiz-Länderspiel nach Sinsheim

Mehr als 150 Zuhörer hatten sich in der bunt geschmückten Sporthalle der Schule versammelt: alle Schulkinder, viele Eltern und Großeltern wollten das Gespräch mit Horst Eckel nicht verpassen. “Morgens in die Schule und nach den Hausaufgaben direkt auf den Fußballplatz – das war mein Tagesablauf”, erzählte der ehemalige Spieler des 1. FC Kaiserslautern, der bereits im Alter von 26 Jahren seine Nationalmannschaftskarriere aus beruflichen Gründen beendete.

Besuch am Grab und im ehemaligen WohnhausFür die Schüler hatte Eckel eine besondere Überraschung parat: Im Namen der Sepp-Herberger-Stiftung lud er einige Kinder zum Benefiz-Länderspiel der Nationalmannschaft nach Sinsheim ein.

Im Anschluss an die Erzählstunde besuchte Eckel mit einer Schulklasse das Grab von Sepp und Eva Herberger auf dem nahen Bergfriedhof. Die Schule hat die Patenschaft über die Pflege des Familiengrabs übernommen.

Kurz vor der Rückfahrt durfte ein Besuch in Herbergers ehemaligem Wohnhaus nicht fehlen. In der legendären Kellerbar wurden bei Eckel Erinnerungen an gesellige Stunden im Herberger-Haus wach. An einer Wand entdeckte der frühere Außenläufer seine Signatur, an der Bar ein Glas mit seinem Schriftzug. “Die Besuche bei Sepp Herberger waren unvergessliche Momente. Allerdings wurde nicht jeder ins Haus gelassen – Eva hat da genau aufgepasst” erinnerte sich Eckel

.