Deutsche Fußball-Meisterschaft der Werkstätten startet in Duisburg – Gespräch mit DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger
17. September 2010 Zurück zur Artikelübersicht »

Bereits seit dem Jahr 2000 veranstaltet die Sepp Herberger-Stiftung gemeinsam mit drei Kooperationspartnern die Deutsche Fußball-Meisterschaft der Werkstätten für behinderte Menschen. DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger zählt zu den Gründervätern der Veranstaltung und engagiert sich seit vielen Jahren für den Fußball in den Werkstätten. Im Gespräch mit dem Magazin Werkstatt:Dialog berichtet der Vorsitzende des Kuratoriums der Sepp Herberger-Stiftung unter anderem über das Engagement der ältesten deutschen Fußball-Stiftung und über seine persönliche Verbundenheit mit der Veranstaltung.

Werkstatt:Dialog: Lieber Herr Dr. Zwanziger, 2010 ist nicht nur das Jahr der Fußballweltmeisterschaft. Die Deutsche Fußball-Meisterschaft der Werkstätten für behinderte Menschen feiert in diesem Jahr ihr zehnjähriges Bestehen. Was hat die Sepp Herberger-Stiftung damals dazu bewogen, dieses Turnier aus der Taufe zu heben?

Werkstatt:Dialog: Das hervorragende Engagement der Sepp Herberger-Stiftung hat die Deutsche Fußball-Meisterschaft zu einem großen Erfolg werden lassen. Welchen Stellenwert hat diese Veranstaltung für die Stiftung?DR. THEO ZWANZIGER: Die Idee für das Turnier entstand im Jahr 2000. Der heutige 1. DFB-Vizepräsident Hermann Korfmacher, war zum damaligen Zeitpunkt Geschäftsführer einer Werkstatt in Nordrhein-Westfalen. Gerade ihm lag es besonders am Herzen, etwas für den Fußballsport in den Werkstätten für behinderte Menschen zu tun. Gemeinsam mit unseren Partnern, der Bundesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für behinderte Menschen, dem Deutschen Behindertensportverband, sowie Special Olympics Deutschland starteten wir unser Engagement. Übrigens: Das Turnier wurde bis zum Jahr 2008 unter dem Titel „Bundeswettbewerb Fußball der Werkstätten für behinderte Menschen“ ausgetragen.

DR. THEO ZWANZIGER:Für die Sepp Herberger-Stiftung hat das Turnier einen besonderen Stellenwert. Es ist das Projekt, für das im Stiftungshaushalt die meisten Mittel vorgesehen sind. Die vier September-Tage in der Sportschule Duisburg-Wedau sind für die mehr als 250 Beteiligten alljährlich unvergessliche Momente. Wir wollen den Aktiven gerade auch mit einem interessanten Rahmenprogramm eine Abwechslung zu ihrem individuellen Lebensalltag bieten. Wir wollen den Sportlern eine Plattform geben, um ihre beeindruckenden sportlichen Leistungen demonstrieren zu können und wir wollen dazu beitragen, dass sich die Sportler über den Fußball begegnen und miteinander in Kontakt kommen können.

Werkstatt:Dialog: Haben Sie die Veranstaltung schon einmal persönlich besucht?
DR. THEO ZWANZIGER:  Ja, in den Anfangsjahren war ich dort häufiger zu Gast, bin es auch heute noch gerne, bei Veranstaltungen auf regionaler Ebene.

Werkstatt:Dialog: Wie schätzen Sie die Bedeutung des Fußballs und der Deutschen Meisterschaft für die behinderten Menschen ein?
DR. THEO ZWANZIGER: Ich denke, gerade der Fußball kann mit seiner integrativen Kraft entscheidend dazu beitragen, behinderte Menschen in die Gesellschaft zu integrieren. Beispiele dafür gibt es in allen Projekten, die die Herberger-Stiftung im Behindertensport unterstützt. So sind zum Beispiel im rheinland-pfälzischen Offenbach die Werkstatt-Fußballer vollkommen in den dortigen Fußballverein, den FSV Offenbach, integriert. Im Fußball darf es keine Barrieren geben. Er ist, um es mit DFB-Ehrenpräsident Egidius Braun zu sagen, „Mehr als 1:0“.

Werkstatt:Dialog: Sehr geehrter Herr Dr. Zwanziger, vielen Dank für dieses Gespräch.
Dr. Theo Zwanziger: Gern geschehen. Ich wünsche allen Sportlern schon heute tolle Momente in Duisburg und sportlich-fairen Erfolg.