Titelkampf bleibt spannend / Blindenfußball rasselte zum ersten Mal in Marburg
13. Mai 2010 Zurück zur Artikelübersicht »

Zum ersten Mal machte die Blindenfußball-Bundesliga (DBFL) Station in Marburg. Die Universitätsstadt in Hessen war am vergangenen Wochenende Austragungsort des 3. Spieltages der diesjährigen DBFL-Saison. Meister MTV Stuttgart und Verfolger Dortmund marschieren weiter Richtung Titel.

Der MTV Stuttgart liegt nach dem vorletzten DBFL-Spieltag mit drei Punkten Vorsprung auf Platz 1. Verfolger ISC Viktoria Dortmund verlor in Marburg gegen das Heimteam der SSG blista mit 3:1 und liegt mit zwei Punkten Vorsprung auf die Nordhessen nun auf Platz 2 der Tabelle. Am letzten Spieltag, der am 1. Juni-Wochenende in Hamburg ausgetragen wird, kommt es nun zum entscheidenden Spiel zwischen Stuttgart und Dortmund.

Unter den zahlreichen Besuchern in Marburg war auch Oberbürgermeister Egon Vaupel. Vaupel war begeistert von den sportlichen Leistungen der Aktiven. Er betonte, dass die Stadt auch weiterhin den Blindenfußball engagiert unterstützen wird. „Wir planen derzeit ein weiteres Kunstrasenspielfeld für die Fußballer der blista“, informierte das Stadtoberhaupt.


Die Ergebnisse in der Übersicht:
Der Spieltag in Marburg wurde unterstützt durch die Deutsche Blindenstudienanstalt e.V. (blista). Die blista ist eine der führenden Bildungseinrichtungen für blinde und sehbehinderte Schülerinnen und Schüler in Europa. Ihr Gymnasium besuchen zurzeit fast dreihundert Kinder und Jugendliche aus ganz Deutschland. Sport spielt im Schulunterricht eine große Rolle. Da viele Jugendliche nach dem Abitur Marburg wieder verlassen, versteht man sich im Blindenfußball vor allem als „Talentschmiede“. Zum ersten Blindenfußball-Spieltag in Marburg erklärt blista-Direktor Claus Duncker: „Blindenfußball verbindet sehende und blinde Fußballfans, auch wenn beim Blindenfußball andere Regeln gelten. Wir sind sehr froh, dass die DBFL erstmals in Marburg zu Gast ist. In der blista fördern wir seit vierzig Jahren den Leistungssport mit Blinden und Sehbehinderten und haben in dieser Zeit auch bereits große internationale Erfolge erzielt. Als wir aber mit unserem Team 2008 die erste Deutsche Meisterschaft im Blindenfußball geholt haben, hat das in der ganzen Stadt große Beachtung gefunden. Man war stolz einen ‚Deutschen Meister‘ zu haben, da war ein Stück Anerkennung zu spüren, was wir in diesem Ausmaß vorher nicht erlebt haben”, so Duncker weiter.

BFW Würzburg – Chemnitzer FC  3:0
MTV Stuttgart – VfB 09/13 Gelsenkirchen  1:0
LFC Berlin – ISC Viktoria Dortmund  0:3
FC St. Pauli – BFW Würzburg  0:2
SG Saar 05/Eintracht Braunschweig – SSG blista Marburg  0:2
LFC Berlin – FC St. Pauli  3:0
Chemnitzer FC – VfB 09/13 Gelsenkirchen  0:0
SG Saar 05/Eintracht Braunschweig – MTV Stuttgart  0:6
ISC Viktoria Dortmund – SSG blista Marburg  1:3