Großer Jubiläumsabend in Hannover
17. November 2007 Zurück zur Artikelübersicht »

Ganz im Zeichen der Erinnerung an den legendären Bundestrainer stand der Jubiläumsabend „30 Jahre DFB-Stiftung Sepp Herberger“ im Cavallo, der königlichen Reithalle in Hannover. Einen Tag vor dem Qualifikationsspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Zypern trafen sich die wichtigsten Vertreter des Deutschen Fußballbundes und zahlreiche Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik, um das nachhaltige Wirken der Stiftung zu würdigen. Rund 170 Gäste erlebten einen heiteren Abend, der die vielen Facetten des Wirkens Sepp Herbergers und der nach ihm benannten Stiftung wiederspiegelte.

 „Wer oben ist, darf die unten nicht vergessen“, dieser Grundsatz Sepp Herbergers wurde vom ersten Redner des Abends, Karl Rothmund, besonders betont. Der Vizepräsident des DFB für Sozial- und Gesellschaftspolitik und Vorsitzender der Sepp Herberger-Stiftung erinnerte an den schwierigen Lebensweg des Namensgebers der Stiftung, der sich als Sohn eines Tagelöhners aus dem Mannheimer Waldhof hochgearbeitet hatte – und nie vergaß, wo er herkam. Rothmund erinnerte an das große persönliche soziale Engagement Sepp Herbergers zu seinen Lebzeiten und unterstrich den Auftrag und Pflicht der Stiftung, dieses Erbe zu pflegen und in Hinblick auf die neuen Förderschwerpunkte konzentriert weiterzuentwickeln.

Anekdoten lassen Fußballgeschichte lebendig werden
Obwohl viele Gäste das Leben und Wirken Sepp Herbergers im Detail zu kennen glaubten, boten die drei Talkrunden bisher unbekannte Einblicke in das Wirken Sepp Herbergers. So berichtete Helmut Haller, dass er als 17-jähriger acht Tage lang unter dem Dach Herbergers an der Bergstraße lebte. Der Grund:Haller fehlte es an körperlicher Substanz, da sollte Eva Herbergers Küche die Nachwuchshoffnung aufpäppeln. Uwe Seeler, der aus familiären Gründen absagen musste, grüßte das Auditorium per Videobotschaft. Horst Eckel berichtete eindringlich von seiner sozialen Arbeit

als Botschafter der Stiftung in der Nachfolge Fritz Walters in den Justizvollzugsanstalten. Im Mittelpunkt allen Erinnerns stand natürlich das „Wunder von Bern“, ein Ereignis, das auch für die Kuratoren der Stiftung, Dr. Rudolf Seiters und Dr. Klaus Kinkel, von großer Bedeutung war. DFB-Schatzmeister Horst R.  Schmidt, in gleicher Funktion auch für die Stiftung tätig, hob in diesem Zusammenhang die besondere Bedeutung Sepp Herbergers für die deutsche Nachkriegsgeschichte hervor: „Sepp Herberger ist eine Persönlichkeit der Zeitgeschichte. Es ist die Aufgabe der Stiftung, sein Wirken und seinen Nachlass für kommende Generationen zu erhalten.“

Zukunftsfähig und profiliert
Im Jubiläumsjahr stand allerdings nicht die Vergangenheit im Mittelpunkt. Die Stiftung hat sich mit modernden  Strukturen und einem profilierten Förderportfolio auf die Zukunft eingestellt. Für den Präsidenten des DFB, Dr. Theo Zwanziger, war dies vielleicht die wichtigste Botschaft des Abends: „Die Werte Sepp Herbergers sind wichtig für Zukunft des Fußballs. Wir begreifen sein Vermächtnis als Auftrag“.