Die älteste Stiftung im deutschen Fußball feiert ihr 30-jähriges Bestehen
16. November 2007 Zurück zur Artikelübersicht »

DFB-Stiftung Sepp Herberger richtet sich im Jubiläumsjahr neu aus. Straffe Strukturen und ein konzentriertes Förderportfolio sollen das Profil der Stiftung schärfen. Dr. Theo Zwanziger: „Wir werden Sepp Herbergers Vermächtnis weiterhin bewahren“.

Die Sepp Herberger-Stiftung des Deutschen Fußball-Bundes hat sich im Jahr ihres 30-jährigen Bestehens grundlegend restrukturiert. Das älteste Stiftungswerk des deutschen Fußballs wird eine Reihe von sozialen Förderinitiativen im Fußball aufgeben und dafür mit gleichem Mittelaufwand seine Schwerpunktthemen weiter ausbauen. Zu den vordringlichen Aufgaben zählen zukünftig die Unterstützung des Fußballs in Justizvollzugsanstalten zur Hilfe der Resozialisierung von Straftätern, der Behindertensport sowie der Fußball im Jugend- und Schulbereich. Zudem hilft die Stiftung mit ihrem Sozialwerk in Not geratenen Fußballern.

Integrative Kraft des Fußballs effizient nutzen

Durch die Schärfung des Förderportfolios sollen die soziale Maßnahmen und Projekte der Stiftung im und mit dem Fußball an Nachhaltigkeit gewinnen. „Nach drei Jahrzehnten war die Restrukturierung notwendig, um Aufgabenüberschneidungen mit der DFB-Stiftung Egidius Braun und mit der DFB-Kulturstiftung zu vermeiden. Auf den Feldern, die Sepp Herberger besonders am Herzen lagen, wollen wir die integrative Kraft des Fußballs im Rahmen unserer Möglichkeiten künftig noch effektiver zur Geltung bringen“, sagte Stiftungs-Geschäftsführer Manuel Neukirchner.
Neben den inhaltlichen Veränderungen gab die Sepp Herberger-Stiftung in Hannover einen Tag vor ihrer Jubiläumsgala auch personelle Neubesetzungen bekannt: Ab sofort gehören Otto Rehhagel, Trainer der griechischen Nationalmannschaft, Monika Piel, Intendantin des Westdeutschen Rundfunks, sowie Peter Peters, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des FC Schalke 04, dem Stiftungskuratorium an. „Sepp Herberger hat sich wie kaum ein anderer um das deutsche Trainerwesen verdient gemacht. Seine herausragenden Leistungen als Fußballlehrer wollen wir im Jahr unseres 30-jährigen Stiftungsbestehens dadurch würdigen, erstmals eine deutsche Trainerpersönlichkeit in unser Kuratorium zu berufen. Otto Rehhagel war unsere erster Ansprechpartner, er hat sofort zugesagt“, berichtet Geschäftsführer Manuel Neukirchner. Aber auch die Bereitschaft von WDR-Intendantin Monika Piel oder Peter Peters als Vertreter der Bundesliga unterstreiche die gesellschaftliche Bedeutung der Sepp Herberger-Stiftung, so Neukirchner.
Dem Vermächtnis Herbergers verpflichtet
DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger erklärte: „Sepp Herberger hat immer das Ziel verfolgt, mit dem Fußball für die Gesellschaft Positives zu bewirken. Dieses Vermächtnis wird der DFB in der Sepp Herberger-Stiftung weiterhin nachhaltig bewahren.“
Die vom DFB und dem Weltmeistertrainer von 1954 gemeinsam initiierte Sepp Herberger-Stiftung wurde 1977 als rechtskräftige Stiftung bürgerlichen Rechts genehmigt und hat seither bis zu 15 Millionen Euro für soziale Maßnahmen und Projekte im Fußball bereitgestellt. Die Führungsspitze der Stiftung bilden DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger (Kuratorium) und DFB-Vizepräsident Karl Rothmund (Vorstand). Geschäftsführer der in Köln beheimateten Sepp Herberger-Stiftung ist Manuel Neukirchner. Als Repräsentant engagierte sich bis zu seinem Tod Fritz Walter für das Hilfswerk, heute heißen die Botschafter Uwe Seeler, Ehrenspielführer der Nationalmannschaft, Helmut Haller, Vize-Weltmeister von 1966, und Horst Eckel, jüngster Spieler der Weltmeistermannschaft von 1954
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