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"Anstoß für ein neues Leben" - unter diesem Motto hat die Sepp-Herberger-Stiftung des Deutschen Fußball-Bundes
ein Fußballprojekt für Gefangene im Jugendstrafvollzug ins Leben gerufen. Dabei sollen nach dem Jugendstrafrecht
verurteilte junge Männer und Frauen mit Hilfe des Fußballs auf das Leben nach der Haft vorbereitet werden. Nach
der Entlassung werden ihnen zudem konkrete Hilfen zur Wiedereingliederung in die Gesellschaft angeboten.
In dem bislang einzigartigen Langzeitprojekt werden in Jugendjustizvollzugsanstalten jeweils eine Fußballmannschaft
aus Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter zwischen 14 und 24 Jahren gebildet, die durch eine pädagogische
Kraft und einen Paten aus dem Fußball betreut werden. In der kontinuierlichen Gruppenarbeit sollen den jungen
Gefangenen durch den Sport persönlichkeitsbildende und soziale Fähigkeiten vermittelt werden, die später eine
Rückkehr in das gesellschaftliche Leben erleichtern. Sportlicher Höhepunkt von "Anstoß für ein neues Leben" ist
das einmal im Jahr stattfindende Fußball-Turnier für alle beteiligten Projekt-Mannschaften um den Sepp-Herberger-Pokal.
Neue Chance für jugendliche Straftäter: Die Mannschaft aus der JVA Siegburg
Nach der Haftzeit versucht die Stiftung mit Hilfe der DFB-Landesverbände die Jugendlichen in Sportvereine zu
integrieren. Zudem soll den jungen Gefangenen in Kooperation mit den Dachorganisationen des deutschen Handwerks
im Zuge ihrer Wiedereingliederung in die Gesellschaft geholfen werden, eine Praktikumstelle, eine Arbeitsstelle
oder einen Ausbildungsplatz zu finden.
Medienpartner des Projekts "Anstoß für ein neues Leben" ist das Deutsche Handwerksblatt, die große
bundesweite Wirtschaftszeitung des Handwerks. Das Fachorgan soll die mittleren Betriebe, aber auch
Dachorganisationen wie Handwerkskammern, Innungen, Kreishandwerkerschaften oder Fachverbände auf das
integrative Fußballprojekt aufmerksam machen und Partner für die berufliche Integration der jugendlichen
Gefangenen nach der Haftzeit gewinnen.
Als Paten aus dem Fußball haben sich neben den beiden Stiftungsrepräsentanten Horst Eckel (WM-Gewinner von 1954)
und Helmut Haller (Vize-Weltmeister von 1966) auch die Präsidentin des Organisationskomitees der Frauenfußball-WM
2011 in Deutschland, Steffi Jones, DFB-Trainer Heiko Herrlich (Ex-Nationalspieler von Borussia Dortmund) und
DFB-Trainerausbilder Erich Rutemöller zur Verfügung gestellt. Steffi Jones wird sich vor allem um weibliche
Gefangene kümmern.
Paten aus dem Sport: Ex-Nationalspieler Heiko Herrlich trainiert und spielt mit der Mannschaft aus der JVA Iserlohn
DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger, Vorsitzender des Kuratoriums der Sepp-Herberger-Stiftung, ist von dieser
Initiative zur Resozialisierung überzeugt: "Die Sepp-Herberger-Stiftung will mit ihrem integrativen
Fußballprojekt jugendlichen Häftlingen ein Angebot zum sozialen Lernen bieten. Denn Fußball spielen bedeutet
für die jungen Gefangenen freiwillige Leistungsbereitschaft, das Einhalten von Regeln ohne Zwang,
Selbstdisziplin, aber auch faires Verhalten in der Gemeinschaft. Ich bin davon überzeugt, dass die ureigenen
Möglichkeiten des Fußballs jungen Straftätern bei der Vorbereitung auf ein Leben in Freiheit helfen können.
Der Aufbau von tragfähigen sozialen Beziehungen und eine sinnvolle Freizeitgestaltung nach der Haftentlassung
ist mit dem Fußball ebenso zu bewältigen. Daher bemühen wir uns im Rahmen des Projektes, die jungen Leute
später an Fußballvereine heranzuführen und ihnen so die Wiedereingliederung in die Gesellschaft zu erleichtern."
Begleitet das Projekt: DFB-Präsident und Kuratoriumsvorsitzender Dr. Theo Zwanziger
Franz Josef Knieps, Präsident des kooperierenden Westdeutschen Handwerkskammertages, betont: "Es ist der
berufliche Alltag, der den Menschen prägt. Diese Chance muss auch für straffällig gewordene Jugendliche
genutzt werden. In kleinen Betrieben bestehen soziale Einheiten, die unterstützen und korrigieren, die verloren
gegangenen Halt bieten können. Das Handwerk und andere Klein- und Mittelbetriebe können über Beschäftigung
und Ausbildung einen maßgeblichen Beitrag zur Reintegration leisten. Wenn sie etwas leisten sollen, brauchen
sie aber eine Gegenleistung, nämlich das Engagement der Jugendlichen. Deshalb ist die Verknüpfung mit dem
sportlichen Wettkampf eine vorbildliche Initiative der Sepp-Herberger-Stiftung."
Der Startschuss für das Projekt "Anstoß für ein neues Leben" fiel im Mai 2008 in den sechs
Jugendjustizvollzugsanstalten von Nordrhein-Westfalen. NRW-Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter
sagte bei der Auftaktveranstaltung in Iserlohn: "Ich bin froh und dankbar über die Initiative der Sepp-Herberger-Stiftung.
Sie bildet ein wertvolles ergänzendes Element in dem Bemühen des Justizvollzugs, straffällig gewordene junge
Menschen auf ein geregeltes Leben außerhalb der Gefängnismauern vorzubereiten. Besonders wichtig ist für mich,
dass es sich hier nicht um ein kurzfristiges Vorhaben handelt, sondern dass zum einen der Kontakt zwischen
der Stiftung und den Jugendhaftanstalten in Nordrhein-Westfalen auf Dauer angelegt ist und dass zum anderen
den jungen Menschen eine Perspektive für die Zeit nach ihrer Entlassung geschaffen werden kann."
Vorstellung des Projekts: Geschäftsführer Manuel Neukirchner, DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger, NRW-Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter und Franz Josef Knieps, Präsident des Westdeutschen Handwerkskammertages
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